Dipl.-Ing. Erich Ü B E L A C K E R

geb. 19. Oktober 1899
gest. 30. Juni 1977

Übelacker hatte in Prag an der Technischen Hochschule Maschinenbau studiert. Sein Professor Dr. techn. h.c. Rudolf Doerfl erkannte Übelackers Talente und machte ihn nach dem Studium zu seinem Assistenten. 1927 bekann er seine Industrie-Karriere bei Tatra und war dort bis 1938 in der Entwicklung beschäftigt. Unter der Leitung von Hans Ledwinka entwarf er den Stromlinienwagen Tatra 77. Bei Steyr arbeitete er bis 1941 und wechselte dann zu Daimler-Benz in die Entwicklungsabteilung für Düsentriebwerke.

Im November 1945 stellten die französischen Besatzer in Bregenz eine Gruppe von rund 125 deutschen Ingenieuren zusammen, die hauptsächlich aus der Daimler-Benz Flugmotorenentwicklung stammten. Diese Gruppe, zu der Übelacker gehörte, wurde in das französische Städtchen Pau am Fuße der Pyrenäen verfrachtet. Dort sollten bei der Firma Turboméca Strahltriebwerke entwickelt werden. Nach dieser Zwangsverpflichtung kam Übelacker um 1949 zu Borgward, baute dort einen 3,6-Liter-Hubraum-PKW für den amerikanischen Markt (keine Serienreife) und übernahm die Leitung der Abteilung “Sonderentwicklung”, wo hauptsächlich Konstruktionen für den militärischen Einsatz gemacht wurden.

Die rund 80-Personen starke Abteilung beschäftige sich unter der despotischen Regie Übelackers mit u.a. folgenden Projekten:

- Leichtbau-Sportwagen (“Traumwagen”)

- Verschiedene Boxermotoren mit 4 bis 10-Zylindern

- “Raumnocke” für das Management der Zündung und der Kraftstoffzumessung (siehe Foto von Fritz Hattesohl)

- Getriebe mit elektrischer oder hydraulischer Schaltung

- Entwicklung eines 30 t-Panzers für die Bundeswehr (die allerdings den Leopard bevorzugte, da Übelackers Konstruktion zu außergewöhnlich und dadurch vermutlich zu störanfällig war)

- Bau eines Panzerturms, dessen Kanone bei Fahrt des Panzers auf das Ziel gerichtet blieb.

- Luftfederung für Schützenpanzer

- Amphibienfahrzeug für die Bundeswehr (nur Prototyp)

Die Abteilung “Sonderentwicklung” und ihr Chef Erich Übelacker wurden nach dem Konkurs von Rheinstahl-Hanomag übernommen.