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Roberto HERNANDEZ

geb. 1926

Eine spanische Auto-Zeitschrift veröffentlichte anfangs der 50er-Jahre einige Auto-Skizzen von Roberto Hernandez. Diese Entwürfe sandte Hernandez an Carl F.W. Borgward. Die große Überraschung: Borgward lud den jungen Spanier nach Bremen ein und stellte ihn als seinen persönlichen Berater in Design-Fragen ein. Vermutlich hatte Carl Borgward an dem temperamentvollen jungen Mann Gefallen gefunden, weil der kein Blatt vor den Mund nahm und ein außergewöhnliches Formgefühl besaß.
 Hernandez arbeitete mit dem Leiter der Abteilung Sonderentwicklung Übelacker zusammen, kreierte das Armaturenbrett des Goliath Hansa 1100 und entwickelte gemeinsam mit Carl F.W. Borgward das Styling der Lloyd Arabella und des P 100.

Architekt Rudolf LODDERS

geb. 19. September 1901
gest. 3. Juni 1978

Der Altonaer Lodders machte eine Maurerlehre und studierte anschließend Architektur an der Höheren Schule für Baukunst in Hamburg. In den Jahren 1932 bis 1933 baute er als selbstständiger Architekt das Verwaltungsgebäude der ILO-Werke in Pinneberg, dass Carl F.W. Borgward bei einem Besuch imponierte.
 Für Borgward baute er das Wochenendhaus in der Nähe Zevens aus und Borgward machte aufgrund seiner Zufriedenheit mit der Ausführung Lodders zu seinem “Haus- und Hofarchitekten”.
 Vor dem Krieg entwarf Lodders mit Borgward das Sebaldsbrücker Werk und erweiterte das Hastedter Werk. Insbesondere der Randbau und die Motorenhalle 14 standen aufgrund ihrer Orientierung an der avantgardistischen Moderne der 20er Jahre und ihrer Funktionalität in jedem besseren Architekturführer. Schlimme Banausen rissen in den 90er Jahren die Hallen trotz eines Antrags auf Unterschutzstellung (Denkmalschutz) ab und errichteten an ihrer Stelle 08/15-Hallen für ein Einkaufszentrum (Hansa-Carré).
 Nach dem Krieg leitete Lodders den Wiederaufbau der Werke Sebaldsbrück und Hastedt. Durch die Enge auf dem Hastedter Gelände mussten die expandierenden Lloyd Motoren Werke (bis dato Lloyd Maschinenfabrik) in die Bremer Neustadt ausweichen. Dort hatte Lodders eine alte Munitionsfabrik den Bedürfnissen einer Automobilfabrik angepasst und erweitert.
 Die Bautätigkeit für die Borgward-Gruppe dauerte bis 1961 an. Die letzten Bauten:
- Lloyd Motoren Werke, Bremen-Neustadt: Halle 3a für die Fertigung der mechanischen Komponenten für die Arabella
- Carl F.W. Borgward GmbH Bremen-Sebaldsbrück:
Halle 5 als zentrale Versuchsabteilung für alle Werke (Nutzung erst durch Rheinstahl-Hanomag ab 1962) und große LKW-Verkaufsniederlassung gegenüber dem Werk auf der nördlichen Seite der Sebaldsbrücker Heerstraße (Nutzung erst ab 1962 durch Henschel).
- Für Borgwards Teilhaber Tecklenborg, für Direktor Kynast, Direktor Doeding und für Borgwards Freund Daseking baute Lodders die Wohnhäuser und richtete 1953 Borgwards Villa in Bremen-Horn ein.

Kreative